Dienstag, 8. September 2015

Ich bin so froh kein Flüchtling sein zu müssen ... und noch ein Gedicht ...


Wenn man doch mit Flüchtlingen Gassi gehen könnte!
von Ingo R. Hesse

















In letzter Zeit kocht Volkes-Seele

Wenn es um dieses Thema geht.

Weil Politik mal wieder fehle,

Und nicht zum eig'nen Volke steht.



Da kommen Fremde aus der Ferne,

Auf die zuhaus' geschossen wird.

Sie blieben hier wohl wirklich gerne,

Allein'.. und manche auch zu viert.



Die Diskussion zieht durch das Land,

Man ist dafür oder dagegen.

Manch' Unterkunft wird abgebrannt,

Von National-Strategen.



Ganz anders ist's wenn in der Fremde,

Ein Hundchen lahmt und Durchfall hat.

Der Deutsche sorgt gern für die Wende,

Und füttert es zuhaus' dann satt.



Egal ob Wauwau nichts versteht,

Weil er das Deutsche nie gelernt.

Und wenn er drinnen Gassi geht,

Wird demütig das prompt entfernt.



Die Flugreise wird arrangiert,

Gezahlt für Quarantäne.

Und Tierärzte sind sehr versiert,

Im Pflegen seiner Zähne.



Manch Frauchen fühlt sich dann wie heilig,

Auch wenn in Deutschland Hunde leiden.

Im Ausland sind die Züchter eilig,

Bis deutsche Heime sie beneiden.



Bei fremden Menschen zieht das nicht,

Auch wenn sie hinken oder hungern,

Selbst kümmern sich um Gassi-Pflicht

Und nicht im Haus rum lungern.



Drum denke ich es wäre besser,

Wenn sie statt Füßen Läufe hätten,

Statt guter Kost nur Chappi-Esser

Und schliefen fest in Frauchens Betten.



Sie könnten dann die Frau ersetzen,

Für manche auch die Kinder,

Sich ab und zu mit Herrchen fetzen,

Und hüten Schaf' und Rinder.



Ein Wohnheim müsste gar nicht sein.

In mancher Küch' läg eine Decke,

Und unterm Tisch ein Näpflein fein

In dem ein Knochen steckte.



Und würde man dann überdrüssig,

Das Leiden wär' zu schlimm,

Macht' Frauchen einen Hunni flüssig

Und führ' zum Tierarzt hin.

von Ingo R. Hesse




























Hoffentlich leben wir auch im nächsten Leben auf der Sonnenseite.

Monika mit Bente


Ingo R. Hesse
Aus der Kategorie „Satire“ (Gedichte):

Kommentare:

  1. Ein wunderschöner Beitrag der zum Nachdenken anregt. Danke für die lieben Worte!

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  2. Glückliche Bente!
    Man kann es sich nicht aussuchen, wo man geboren wird - Mensch nicht und Tier auch nicht. Aber im Gegensatz zum Hund kann der Mensch Einfluss auf das Leben nehmen ....
    Liebe Grüße

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  3. Ein paar wirklich kluge Worte :) zu einem wirklich schwierigen Thema.
    Ich schließe mich Eurem Schlusswort gerne an, hoffentlich :)

    Liebe Grüße
    Björn :)

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  4. Leider sind die Worte nur zu wahr, das ist das wirklich Traurige an der Sache.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  5. Ich kenne beide Seiten...und manchmal sind die Dinge dann doch komplizierter als sie auf den ersten Blick scheinen...;-) LG Lotta.

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  6. ein schweres thema sehr gut aufbereitet !

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  7. Ein feines Gedicht, wer immer Ingo Hesse ist und wann er es geschrieben hat. Es wird wohl nicht so lange her gewesen sein. Es reißt mich wohl hin und her, ob der Bedeutungen. Auf jeden Fall passt es in die Zeit und kommt bestimmt auch aus dieser. Die Schattenseite haben in letzter Zeit nicht viele von uns im wohlhabenden Europa kennengelernt. Und wir und unsere Hunde leben auf der Sonnenseite, auch wenn so macher Hund da anders drüber denkt ;-)).
    Denken wir an die, die wirklich im Schatten leben, wie weit das auch weg sein mag oder wie nah sie uns sind. Wir sind die Sonne für diese Menschen - Wir spenden das Licht.
    LG aus dem sonnenumfluteten Westfalen
    Michael (der niemals auf der Flucht sein musste und dankbar dafür ist)

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    1. Den Worten möchte ich mich anschließen. Wir sollten alle etwas dankbarer und zufriedener sein....

      Viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

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  8. Hat was - und das ist bedenklich.....
    Wir sind gefordert, alle
    Herzlichst
    yase

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  9. Ui, da hat der Ingo aber gut gedichtet und auch die Wahrheit nicht hinter dem Berg gehalten!
    Müssen wir uns die Sonnenseite für´s nächste Leben im hiesigen erst verdienen?
    Oh weh, wenn das so wäre, müssen wir uns noch etwas anstrengen...
    LG Susi

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  10. ein aktuelles Thema und ein passendes Gedicht dazu. Obwohl ich nicht überall Hund/ Tier sein möchte.
    Ich hoffe einfach das Beste für all diese armen Menschen und schäme mich wenn ich so manchen Deutschen höre.
    LG Vanni mit Sandy

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  11. Schönen Dank für das Einstellen des Gedichtes von Ingo R.Hesse.Die Bilder von der Bente passen dazu.
    Viele Menschen sind gedankenlos und die Flüchtlinge atemlos.
    Es gibt viele Themen über die man nachdenken sollte.
    Liebe Grüße, klärchen

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  12. ...und manch ein (geistiger) Brandstifter wird wohl für Tiere bremsen…

    Ich bin seit Jahrzehnten dankbar für mein friedliches, abgesichertes (ehemals west) deutsches Leben auf der Sonnenseite ohne Krieg, Vertreibung, Flucht, Eingesperrtsein und existentielle Not.
    Ich mache mir auch seit Jahren Sorgen um den Zustand der Welt (mit den vielfältigen -zum größten Teil von Menschen selbst verursachten Bedrohungen) und damit um uns Menschen in diesem Land und weltweit; ich fürchte hierbei auch durchaus selbstsüchtig, dass mein eigenes Leben oder meine behüteten und komfortablen Lebensumstände durch eine dieser Bedrohungen Schaden nehmen könnten.
    Mit (geistigen) Brandstiftern gibt es für mich nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner in dieser Sorge. Sie sind es, die ich unter anderem fürchte, nicht "die Fremden Flüchtlinge".
    Liebe Grüße Renate

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  13. Vor gar nicht langer Zeit las ich auf FB einen Spruch:
    Verhalte dich so zu deinem Hund, dass du im nächsten Leben an seiner Stelle auf die Welt kommen kannst.
    Ich meine dieser Spruch lässt sich sehr gut umwandeln ...
    Danke für deinen Post.
    Liebe Grüße von Sylvia

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  14. Liebe Monika und Bente,

    ich kann die Menschen verstehen, die die Länder verlassen, in denen Krieg herrscht. Ich kann aber auch diejenigen verstehen, die sich nicht wohl fühlen angesichts der derzeitigen Flüchtlingsströme. Die Angst haben, dass sie vom „Fremden“ überrollt werden. Fremde und Angst sind immer schon Hand in Hand gegangen. Wichtig wäre es wohl, sehr schnell alles zu „entfremdeln“… Die Alteingesessenen und die Flüchtlinge miteinander vertraut zu machen. Das könnte die Angst besiegen. Ich find’s allerdings schon auch recht gut, dass sich manche Menschen eher um arme Tiere kümmern, hier oder in anderen Ländern. Früher sammelte ich manchmal im Kollegenkreis Unterschriften für Amnesty Int. oder Umweltthemen, die mir wichtig waren u.dgl. – eine der Unterschriftenliste betraf Batterielegehennen bzw. das Verbot dieser Art von „Tierhaltung“. Ein studierter und engagierter Kollege, der immer eifrig die Amnesty-Listen unterschrieben hatte, sah mich beinah vorwurfsvoll an und meinte: „Ich unterschreib doch nicht für HENDLN!“… Irgendwie war er danach bei mir ein bissl unten durch…

    Alles Liebe von der Traude

    ๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑๑

    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/09/oldtimer-rallye-2015.html

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  15. @ Alle

    Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt.
    Das Thema ist natürlich sehr vielschichtig, aber diesen Ansatz fand ich ganz spannend.

    Der Name des Autors ist vielleicht ein Künstlername - wer weiß ...

    Liebe Grüße - Monika

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  16. Schöner Hund, schöne Fotos. Grüße.

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